Empfehlungen

Was kann ich tun?
Erfahren Sie praxiserprobte Vorschläge aus der Studie "Elternorientierte Personalpolitik", wie MitarbeiterInnen Familie und Beruf noch besser unter einen Hut bringen können.

Die STUDIE 'Elternorientierte Personalpolitik'

Den Empfehlungen liegen Einsichten aus einer bahnbrechenden Studie zugrunde.
Die StudienautorInnen Dr. Erich Lehner, Drin Susanne Markovits und Maga Nora Heger befragten im Auftrag des Land Niederösterreich und der Wirtschaftskammer Niederösterreich 1.920 ArbeitnehmerInnen aus dem NÖ Landesdienst, ausgewählten Gemeinden und ausgewählten NÖ Betrieben.
Hier die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:
62% der befragten Männer wären bereit, Karenz zur Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen,
75% der befragten Männer können sich vorstellen, zugunsten der Kinderbetreuung Teilzeit zu arbeiten.
6% der befragten Männer haben sich schon (einmal) für Väterkarenz entschieden,
7% der Männer gaben an, ihre Arbeitszeit zugunsten der Kinderbetreuung reduziert zu haben.
63% der Befragten befürchten einen Einkommensverlust.
In der Studie verdienen 23% der Männer gleich viel oder weniger als ihre Partnerinnen.
Männer wären häufiger bereit auf Einkommen zu verzichten, im Durchschnitt auf € 200,-- im Monat.
Mehr als drei Viertel der Befragten sind überzeugt, dass Männer bei der Kinderbetreuung soziale Kompetenzen erwerben können, die auch im Beruf nützlich sind. Dass dies ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung für Väterkarenz bzw. Teilzeit ist, glauben sie jedoch nicht.

 

Folgende Tabelle zeigt fördernde und hemmende Faktoren bei der Inanspruchnahme von Väterkarenz bzw. zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie laut Studie:

 

FÖRDERNDE FAKTOREN

HEMMENDE FAKTOREN

  • Flexible Gestaltungsmöglichkeiten von Karenz und Arbeitszeit
  • Befürchtung eines negativen Einflusses auf die Karriere
  • Positive Bewertung von Karenzvätern im beruflichen Umfeld
  • Zu geringer Informationsstand über die Möglichkeiten
  • Erwerb von Kompetenzen für Beruf
  • Erwartete negative Bewertung durch das berufliche Umfeld / durch Vorgesetzte
  • Partnerschaftlich orientierte Rollenbilder
  • Traditionell orientierte Rollenbilder
 
  • Einkommensverlust

 

Praxiserprobte Vorschläge

Verankerung der elternorientierten Personalpolitik in den Unternehmensleitlinien

Signal, dass aktive Väter und Mütter im Unternehmen erwünscht sind, elternorientierte personalpolitische Instrumentarien in den Führungsalltag integriert sind und gute Vereinbarkeitsbedingungen für berufstätige Eltern bestehen

Flexibilisierung der Arbeitszeit, der Arbeitsgestaltung und des Arbeitsortes
Z.B. flexible Arbeits(zeit)modelle wie Gleitzeit, (qualifizierte) Teilzeit, Jobsharing, Telearbeit, Zeitkonten, Jahresarbeitszeit u.a.

Offene Informations- und Kommunikationskultur
> Informationen zu Work-Life-Balance, Eltern/Karenz
> Informations-Service, z.B. MitarbeiterInnenzeitung, Infoveranstaltungen, MitarbeiterInnengespräch, "Eltern-Frühstück" u.a.

Beratungsangebote
Z.B.
> Beratung, Coaching für MitarbeiterInnen zum Thema Vereinbarkeit;
> Beratung, Coaching für Führungskräfte
> Arbeits- und karenzrechtliche Beratung

Interne und externe Aus- und Weiterbildung´
Z.B. NÖ Bildungsinitiative für Unternehmen und Gemeinden "Mütter und Väter, kompetent in Beruf UND Familie"

Karenzmanagement
Frühzeitige Regelung und flexible Gestaltung für einen strukturierten Ausstieg, für die Zeit der Berufsunterbrechung und Unterstützung beim Wiedereinstieg
Z.B. zeitgerechte gemeinsame Planung: Verteilung der Aufgaben, Kontaktforen, Kommunikation und Weiterbildung während der Karenz, Einschulung beim Wiedereinstieg u.a.

Förderung der Väterkarenz und aktiven Vaterschaft
> Verständnis und Offenheit für aktive Vaterschaft und Väterkarenz
> Der NUTZEN und MEHRWERT von aktiven Vätern wird erkannt und anerkannt. Bessere Väter sind bessere Mitarbeiter, weil sie über mehr Sozialkompetenz verfügen. Aktive Väter trainieren Sozialkompetenz, erhöhen das Verantwortungsbewusstsein, die Teamfähigkeit und die Effizienz.
> Implementierung von väterfokussierten Angeboten
Z.B. Die Vereinbarkeit aus der Sicht von Männern thematisieren
Ansprechpartner für Informationsaustausch und Karriereplanung steht zur Verfügung

Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung
Z.B.
> Babysitter-Börse
> Im Bedarfsfall können Kinder in den Betrieb mitgenommen werden (Spielecke, Computerspiele u.a. stehen zur Verfügung)
> Projekte zur Ferienbetreuung u.a.

Familienorientierte Serviceleistungen
Z.B.
> Informationen für Eltern
> Eltern-Netzwerk
> Spezielle Seminare zur Work-Life-Balance, Eltern-Trainings