Ing. Gerald Hochreiter

Ing. Gerald Hochreiter, Leiter Software Engineering in LAD1-IT beim Amt der NÖ Landesregierung:

Der Oktober 2009 war einschneidend, meine Tochter Eva wurde geboren und mein Leben veränderte sich stark. Von Anfang an war klar, dass ich Väter-Karenz in Anspruch nehmen würde. Doch blättern wir rund 20 Monate zurück...

 

 

 

 

Jänner 2008 erblickte mein Sohn Paul das Licht der Welt. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich mit meiner Frau Ines in einer knapp 70m² Wohnung. Groß genug auch noch Paul willkommen zu heißen. Wie viele andere Väter zu dieser Zeit, fast alle habe ich erst Monate davor kennen gelernt, habe ich mich mit dem Thema Kinderbetreuung beschäftigt. Im Jahr 2007 (nach Christus!), war das aus Sicht eines (werdenden) Papas gar nicht so leicht. Erziehung, Betreuung, Finanzen - alle diese Bereiche gab es nur aus Sicht der Frauen. Trotzdem ließ ich mich nicht davon abhalten, sehr bald das Thema für mich in Angriff zu nehmen: Ich will mich um meinen Sohn kümmern, Vollzeit so lange wie möglich - Punkt. Das habe ich auch gleich meinen Vorgesetzten so mitgeteilt. Das wurde dann auch überraschend positiv aufgenommen – wie generell das Thema Väterkarenz im NÖ Landesdienst sehr aufgeschlossen gehandhabt wird – Danke dafür.

Alles Weitere war dann "nur" noch Knochenarbeit. Wie sieht das nun konkret aus? Was muss ich wann wo abgeben, wie löse ich bestmöglich allfällige finanzielle Einbußen, wie nimmt das meine Familie auf? Das Internet hat da sehr geholfen, wenn auch nicht gleich aus Anhieb und keinesfalls in kompakter Form. Aber ich habe den Dschungel durchdrungen und nachdem meine Frau nach 15 Monaten die Zügel mir übergab, war ich bereits gut vorbereitet. Mit meinem Dienstgeber habe ich vereinbart, tageweise im Büro zu sein. Einerseits beruhigte das meine Chefs, andererseits auch mich. Konnte ich auf diese Weise doch ein gewisses Sicherheitsnetz bieten, nach 3 Monaten nicht vor einem beruflichen Scherbenhaufen zu stehen.

Zuhause war dann von April bis in den Juli hinein Papa-Sein für Paul angesagt. Eine tolle Zeit, hatte ich doch viele Sonnenstunden bei Spaziergängen und Ausflügen genossen. Spielgruppen, Babyschwimmen, Besuche bei Omas und Opas und überhaupt. Noch dazu meist als einziger Mann unter lauter jungen Mamas! Paul wurde jedenfalls sehr beneidet und meine Frau bekam viele Komplimente ob des tollen Papas! Knapp 3 Monate nach Ende der ersten Väterkarenz kam Eva und aufgrund der tollen Erlebnisse mit Paul begann ich mit den Vorbereitungen für die zweite. Oktober 2010 war das soweit: ich war Vollzeit-Doppelpapa! Sehr schön, sehr anstrengend! Während ein Kind, noch dazu wenig mobil, mittelschwer zu beaufsichtigen ist, braucht es eine Engelsgeduld, zwei Kindern nachzulaufen. Da aber alles eine Einteilungssache ist, habe ich auch diese Aufgabe in den Griff bekommen. Und mit der Souveränität bekommen dann auch die eindrucksvollen Momente ausreichend Platz im Hirn. Ich erinnere mich daher sehr gerne an die Zeit zurück, als mein Sohn selbst die Winterstiefel angezogen hat, während ich die Kleine ausgehfertig gemacht habe. Leider hat so vieles irgendwann ein Ende. Trotzdem lebt meine Karenzzeit in vielen Fotos, die wir uns heute noch so gerne anschauen. Unbezahlbare Fotos mit den Kindern und MIR.

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