Mag. Murat Düzel

Mag. Murat DüzelVäterkarenz… am Anfang habe ich mir davon keine Vorstellung machen können. Was kommt auf mich zu? Wie wird das ablaufen? Will ich das wirklich?Nach einem langen und ausführlichen Gespräch mit meiner Frau, wo die grobe Planung und die Abläufe besprochen wurden, habe ich mich entschlossen in Väterkarenz für die Dauer von 2 Monaten zu gehen. Ich bereue es nicht, im Gegenteil...

... es war eine sehr gute Entscheidung. Eine Entscheidung, die nicht aus einem Gender Aspekt getroffen wurde. Vielmehr war es eine Entscheidung für unser Kind, die wir beide mit einigen Hürden verbunden sehr genossen haben:
Ich dachte, als Projektmanager werde ich die Sache schon einfach meistern, ein wenig wickeln, Essen zubereiten, Anziehen und so nebenbei den Haushalt schupfen, alles Einteilungssache… Nach den ersten Tagen, haben sich diese Vorstellungen verflüchtigt, es war und ist eine intensive Arbeit (auch Beziehungsarbeit):

  • Das Kind wacht auf – gemeinsames Aufstehen – Baden - Wickeln – eine neue Herausforderung, gar nicht so leicht alleine…
  • Nach dem Essen …Anziehen…Staubsaugen, Wohnung lüften und Geschirrspüler ausräumen…
  • Tagesprogramm überlegen – eventuell zur Mütterrunde gehen und sich austauschen – Spazieren in der Innenstadt mit Kinderwagen – Einkaufen im Supermarkt (der Kleine ist unruhig…was hilft zur Beruhigung? Vormittagsschlaf vom Sohnemann – ein wenig ausruhen…
  • Dank der Schwiegermama zu Mittag keine Gedanken machen müssen, wie und was ich zum Essen zu bereiten soll…jeden Tag ein neues Menü ist gar nicht so leicht…
  • Nachmittagsprogramm: der Kleine schläft und ich kann die Hausarbeit fertig machen und auch ein wenig ausrasten…danach ist Spielen angesagt…
  • Abend: Endlich kommt meine Frau nach Hause…nach dem gemeinsamen Abendessen, darf ich ein wenig ausruhen…Sohnemann ins Bett bringen – Gute Nacht …

Dies war ein Auszug, dazwischen gab es immer wieder neue Herausforderungen, die hier zu weit führen würden.

Summa summarum kann ich nur festhalten, jeder, der die Möglichkeit hat, in Karenz zu gehen, es auch anzunehmen. Die Vater-Kind-Beziehung, das Begleiten der ersten Schritte, das umfassende Da-Sein für das eigene Kind – diese Erfahrungen sind durch nichts ersetzbar. Vieles verstehe ich nun besser…Dank gilt an dieser Stelle meinem Arbeitgeber für diese Möglichkeit!

Mag. Murat Düzel, Leitung Integrationsservice, NÖ Landesakademie

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